Die
Aufregung um die Internet-Plattform WikiLeaks ist derzeit groß. In der
vergangenen Woche hatten Julian Assange und sein Team zahlreiche
geheime Dokumente von US-Behörden veröffentlicht.
Besondere
Beachtung in Deutschland finden die Depeschen des US-Botschafters in
Berlin,
Philip Murphy, der recht ungezwungene Statements über
deutsche Politiker abgegeben hatte.
Mittlerweile wird Assange von der schwedischen Polizei per
internationalem Haftbefehl gesucht. Grund dafür ist allerdings
offiziell nicht der "Spionageverdacht" (so einige US-Politiker),
sondern der Vorwurf der Vergewaltigung.
Trotzdem ist es offenbar nach wie vor möglich, Spenden an WikiLeaks von
der Steuer abzusetzen. Auf seiner mittlerweile nur noch über eine
Domain in der Schweiz erreichbaren Website bittet WikiLeaks um Spenden
für die weitere Arbeit. Dabei wird ausdrücklich darauf hingewiesen,
dass diese Zuwendungen in Deutschland von der Steuer abgesetzt werden
können. Dazu ist es lediglich notwendig, der gemeinnützigen "Wau
Holland Stiftung" eine Zahlung zukommen zu lassen. Die Stiftung
verkündet dazu auf ihrer Homepage: "Die Wau Holland Stiftung
unterstützt die Spendenkampagne von Wikileaks durch Entgegennahme der
Spenden. Wir stellen außerdem Spendenquittungen aus."
Die Bundesrepublik bringt sich durch diese indirekte staatliche
Förderung von WikiLeaks möglicherweise international in Bedrängnis.
Besonders der US-Regierung dürfte daran gelegen sein, dass Deutschland
die Wau Holland Stiftung nicht mehr als gemeinnützig betrachtet.
|