Henri Nannen war
ein bekannter deutscher Verleger und Publizist – ein Vorbild für viele
aufstrebende Journalisten seiner und auch heutiger Zeit. Bis 1980 war
er Chefredakteur und bis 1983 Herausgeber des „Stern“ und machte das
Magazin zu einem der auflagenstärksten in ganz Europa.
1913 wurde Henri Nannen in Emden geboren. Nach einer Lehre zum
Buchhändler studierte er in den Jahren 1934 bis 1938 Kunstgeschichte an
der Universität München. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er
bei der Luftwaffe als Kriegsberichterstatter. Kurz nach dem Krieg, im
Jahr 1946, gründete Nannen die Tageszeitung „Hannoversche Neueste
Nachrichten“. Danach war er zwei Jahre lang, 1947 bis 1949,
Chefredakteur der „Hannoverschen Abendpost“. Im Jahr 1948 übernahm er
das Jugendmagazin „Zick-Zack“, aus dem er später den Stern konzipierte.
Nannen wollte ein Magazin schaffen, in dem Informationen auf
unterhaltsame Weise für den Leser dargeboten werden. Für ihn zählten
vor allem die Macht der Bilder und Reportagen. Mit seinem Gefühl für
Themen, die die Gesellschaft ansprachen und stets den Nerv der Zeit
trafen, brachte er den Stern zum Erfolg.
Der Skandal um die gefälschten Hitler-Tagebücher war ein negativer
Einschnitt in der Erfolgsgeschichte des „Stern“ und auch für Henri
Nannen, der die Verantwortung für den Vorfall auf sich nahm.
In seiner Rolle als Chefredakteur und Herausgeber war Henri Nannen als
Perfektionist bekannt, der auch noch kurz vor Redaktionsschluss mit
Vorliebe Änderungen an den Artikeln seiner Journalisten vornahm.
Außerdem behauptete Nannen, dass er nie einen fertigen und bereits
gedruckten „Stern“ in die Hand nahm – an diesem konnte er schließlich
nichts mehr verbessern.
Nach seinem Rückzug aus dem Journalismus ließ er im Jahre 1986 in
seiner Heimatstadt Emden die „Kunsthalle“ bauen, in der er seine
private Kunstsammlung für die Öffentlichkeit zugänglich machte.
Henri Nannen starb 1996 in Hannover. In der Welt des Journalismus
erinnert noch heute die von Nannen gegründete Hamburger
Journalistenschule, die später ihm zu Ehren in „Henri Nannen Schule“
umbenannt wurde, an den bedeutenden Publizisten. Die Schule steht für
eine der besten Journalisten-Ausbildungen Deutschlands. Der von Nannen
gestiftete „Egon-Erwin-Kisch-Preis“ wurde 2004 ihm zu Ehren in
„Henri-Nannen-Preis“ umbenannt. Er gilt als höchste Auszeichnung für
Journalisten, die in Deutschland verliehen wird.
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